Donnerstag, 4. August 2016

Rezension: Sinabell. Zeit der Magie

Autor: Jennifer Alice Jager
Herausgeber/Verlag: Impress
Preis: [ebook] 3,99 €
Buchlänge: 230 Seiten



Es ist nicht leicht, eine von fünf Königstöchtern zu sein und kurz vor der Heiratssaison zu stehen. Statt nach Ehemännern Ausschau zu halten, streift Sinabell lieber durch die verwinkelten Gänge des Familienschlosses und verliert sich in den magischen Welten ihrer Bücher. Bis sie auf einem Ball dem jungen Prinzen Farin begegnet, der mit seinem zerzausten Haar und den Grübchen ihr Herz erobert. Doch ihr Vater entlarvt ihn als Prinz aus einem verfeindeten Königreich und wirft ihn ins Verlies. Um Farin vor dem sicheren Tod zu bewahren, muss Sinabell ihm helfen drei Aufgaben zu lösen und erkennt dabei, dass Magie nicht nur in Büchern existiert. Plötzlich findet sie sich in einer Welt aus wütenden Drachen, hinterlistigen Feen und sagenumwobenen Einhörnern wieder…

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Eine Prinzessin. Ein Mädchen, dass ihre Mutter verloren hat. Ein Vater, der im ganzen Land nur als der Schwarze König bekannt ist. Und vier Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten und nie den Mut aufbringen ihre eigene Meinung lautstark zu vertreten. Hinnehmen, was man ihnen aufträgt und einem Ball zustimmen, auf dem sie ihre späteren Ehemänner kennen lernen sollen. Jede von ihnen ist begeistert von dieser Idee. Jede. Bis auf Sinabell. Sie möchte nicht heiraten und hält ihre Meinung nicht zurück. Sie möchte frei sein und sich nicht an jemanden binden, der sie herumkommandieren kann und mit dem sie den Rest ihres Lebens verbringen muss. Nur blöd, wenn sie sich an jenem Ballabend in einen jungen Prinzen verliebt, der jedes Mädchenherz zum schmelzen bringen kann. Gleichermaßen frech, wie anmaßend, aber dennoch der Sohn eines Königs. Eines verfeindeten Königreiches. Er bleibt natürlich nicht unentdeckt und nur durch Sinabells einschreiten kann sie in letzter Sekunde verhindern, dass seinem Leben ein Ende gesetzt wird. Drei Aufgaben muss er erfüllen, um Sinabell zur Frau nehmen zu dürfen. Drei, eigentlich, unerfüllbare Aufgaben. Kann Sinabell ihm helfen, auch wenn sie ihn nicht begleiten kann? Und welche Rolle spielt dabei das gefangene Einhorn, eine Drachenkönigin und eine Fee?

Das erste Mal überhaupt kann und muss ich sagen, dass ich mit meinen Vermutungen und Hoffnungen, was dieses Buch für mich bereit halten würde, falsch gelegen habe. Ich hatte mir etwas anderes erhofft, mit etwas anderem gerechnet. Aber da sieht man mal wieder, dass Klappentexte einen auch in die Irre führen können. Ich habe das noch nicht oft erlebt, aber dieses Mal war es der Fall. Und leider muss ich auch sagen, dass es keine positive Wendung für mich war, in welche Richtung das Buch verlaufen ist. Nicht nur, dass meine Gedanken und Erwartungen in eine andere Richtung gingen, für mich verlief die Handlung an manchen Stellen einfach zu schnell und nicht ganz logisch. Aber ich möchte mit etwas positivem Anfangen, denn das hatte das Buch auf jeden Fall auch zu bieten.

Ich liebe das Cover. Wirklich, in meinem Augen ist es wunderschön und es passt auch sehr gut zu der Geschichte. Es war sogar, mehr oder weniger das Cover, was mich erst auf die Geschichte aufmerksam gemacht hat, als ich den Online Shop durchstöbert habe. Es wirkt magisch und die Farben stehen zwar im Kontrast zueinander, und heben sich voneinander ab. Aber es wirkt keines Falls stechend in den Augen und sie harmonieren sehr gut miteinander.

Der Schreibstil der Autorin war leicht und machte das Lesen angenehm. Sie beschreibt die Orte des Geschehens gut und genau, auch wenn es für meinen Geschmack an der ein oder anderen Stelle noch etwas detaillierte hätte sein können, damit der Leser sich ein noch besseres Bild der Lage machen kann. Im Gegensatz finde ich aber auch, dass es die Fantasie dadurch ungemein anregt, wenn man die Vervollständigung der Schauplätze in seinem Kopf beendet und somit sein ganz eigenes Bild der Welt, in der Sinabell lebt, erschafft und eine Weile darin lebt und erlebt.

Ich wurde in eine Welt entführt, in der es Feen, Drachen, Einhörner und Magie wirklich gibt. Und ich bin ein Fan von solchen Welten. Grenzen werden außer Kraft gesetzt und auch hier, in dieser Geschichte war das der Fall. Aber abgesehen davon, gab es auch Ereignisse und Wendungen, die meinen Erwartungen überhaupt nicht entsprochen haben. Nicht, dass das verwunderlich war. Oft ist es mir sogar willkommen, wenn plötzlich etwas passiert, mit dem ich, als Leser, nicht gerechnet habe. Aber bei diesem Buch war das anders.

Es ging einfach alles ein bisschen zu schnell. Klar, in kann verstehen, dass sich zwei gutaussehende und mit einem tollen Charakter gepriesene Menschen zueinander hingezogen fühlen können, wenn sie sich das erste Mal begegnen und dann auch noch in einer so rauschenden Umgebung, und auch, dass Sinabell sich für ihn eingesetzt hat, kann ich sehr gut nachvollziehen, aber von Liebe zu sprechen, obwohl man sich beinahe überhaupt nicht kennt, finde ich doch etwas voreilig. Ich hab schon einige Bücher gelesen, in der sich die zwei Hauptcharaktere in wenige Tagen ineinander verliebt haben, aber in dieser Geschichte war es anders. Der Prinz hatte immer nur jeweils drei Tage Zeit um eine Prüfung zu bestehen und in der Zeit sieht er Sinabell nicht. Wie sollen sie sich in der Zeit wirklich ineinander verlieben? Das entzieht sich ein bisschen meinen Vorstellungen.

Des Weiteren: Die Handlung und Wendungen waren für mich an manchen Stellen nicht logisch. Wie gesagt, es ging erstens zu schnell, nicht nur das Verlieben, sondern die ganze Handlung. Ich hätte mir gewünscht, dass das manche Handlungsstränge noch ein bisschen weiter ausgedehnt werden und nicht alles in einem so kurzen Zeitraum abläuft. Vor allem wundert es mich, dass der Prinz noch lebt. Er hat keine Pause zwischen seinen Aufgaben und wird ohne Proviant und Wasser losgeschickt. Wie kann er so überleben? Ich weiß, dass man in der Natur reichlich Nahrung findet, aber dennoch fand ich diesen Teil des Buches etwas unglaubwürdig.

Es gibt noch weitere Sachen, die ich anschneiden könnte: Das Einhorn, von Sinabell gemocht und als wunderschönes Geschöpf empfunden. Von anderen als verflucht und tückisch dargestellt Nie hätte ich gedacht, dass ein Einhorn so eigennützig sein kann. Aber da sieht man auche inmal wieder, dass alle eine etwas andere Meinung und Sicht der Dinge haben, und das finde ich gut.

Dennoch, wer ein Fantasybuch für Zwischendurch sucht, dass nicht zu lang sein und einen einfach nur auf andere Gedanken bringen soll, um euch von eurem Alltag abzulenken, sollte man sich dieses Buch vielleicht einmal zu Gemüte führen. Vielleicht gefällt es euch ja besser, als mir.

Ich vergebe 2,5 von 5 Sternen für dieses Buch.

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