Sonntag, 11. September 2016

Rezension: Als wir uns sahen

Autor: Gloria Träger
Verlag: juneberry
Preis: 10,00€ (Taschenbuch); 4,99€ (Ebook)
Buchlänge: 192 Seiten


Als Carly und Gerrit sich begegnen, ist sofort klar, dass sie füreinander bestimmt sind. Noch während des Studiums ziehen die beiden zusammen und heiraten bald darauf. Die Stabilität ihrer Beziehung steht genauso außer Zweifel wie die Gestaltung ihrer gemeinsamen Zukunft: Carly träumt von einer Karriere als Violinistin, Gerrit möchte als Anwalt für Umweltrecht die Welt verbessern. Ihr Leben voller Liebe, Glück und Geborgenheit könnte kaum vollkommener sein. Doch dann geschieht etwas, das die Beziehung in ihren Grundfesten in Frage stellt. Danach ist nichts mehr so wie vorher. Auf einmal ist alles ungewiss …

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Zwei Personen, die wie füreinander geschaffen zu sein scheinen. Gerrit und Carly. In diesem Buch geht es gar nicht anders, als dem einen auch den jeweils anderen zuzuordnen. Man kann die zwei nicht voneinander trennen und. Sie sind unwiderruflich miteinander verbunden, seit diesem einen Abend, nein, eigentlich schon seit diesem ersten Blick durch die Fensterscheibe. Es ist wunderschön mitzuerleben, wie alles anfing. Manche finden es vielleicht langweilig, aber ich finde es toll den Anfang zu kennen. Zu wissen, wie alles anfing. Und hier ist es nicht nur ein schöner Zusatz, es ist wichtig, um zu verstehen. Man kann Carly und Gerrit  und ihre Beziehung nicht einschätzen, wenn man ihren Anfang nicht kennt.

Es ist unglaublich süß mitzuerleben, wie sie sich erst Blicke zuwerfen, aber nie miteinander reden, sich dann durch einen Bekannten auf einmal direkt gegenüberstehen und sich daraufhin alles auf die richtige und perfekte Art weiterentwickelt, wie es nur bei wahren Seelenverwandten der Fall sein kann. Denn genau das sind die beiden. Seelenverwandte. Wie füreinander geschaffen. Man lernt ihre Geschichte also kennen und somit auch, wie es dazu kommen konnte, dass ihre nahezu perfekte Ehe plötzlich auf Messers schneide steht. Ich konnte mir von Anfang an denken, was der Grund dafür war. Es war also nicht verwunderlich dafür, als das Geschehene erstmals im Buch direkt genannt wurde. Nach diesem Geständnis beginnt die eigentliche Geschichte, um die es in diesem Buch geht und von da an begleitete einen auch als Leser die Frage: Können Carly und Gerrit ihre Ehe retten und vergessen, was passiert ist?

In diesem Buch dreht sich alles hauptsächlich um die beiden Hauptfiguren und einige vereinzelte Nebenfiguren. Aber ich finde es gut, dass die Personenanzahl im überschaubaren Rahmen gehalten wurde, denn es geht ja wirklich nur um Gerrit und Carly. Die zwei lernt man im Laufe der Handlung sehr gut kennen. Und vor allem in Carlys Gedanken- und Gefühlswelt konnte man einen guten Einblick gewinnen, da das Buch ja aus ihrer Sicht geschrieben wurde. Sie ist mir von Anfang an sympathisch und hat eine klaren Traum den sie sehr gerne verwirklichen möchte, was nicht ganz einfach ist, aber sie dennoch nie loslässt. Und auf der anderen Seite: Gerrit. Er ist der ausgeglichene. Der, der immer eine gute Antwort/Satz parat zu haben scheint. Gerrit ist zu Anfang der Inbegriff des perfekten. Zumindest in Carlys Augen und auch der Leser kriegt zu Beginn keine andere Seite von Gerrit zu sehen. Aber je weiter der Roman fortschreitet, desto deutlicher habe ich als Leser erkannt, dass er nicht perfekt ist. Er hat Fehler und einer davon ist seine, beinahe krankhafte, Suche nach einem Grund. Mit tat Carly etwas leid, aber ich konnte Gerrit gut verstehen. Gründe sind wichtig, denn wenn es keinen Grund gibt, warum tut man dann überhaupt irgendetwas? Aber was ist, wenn es keinen wirklichen Grund gibt?

Carlys und Gerrits Welt gerät aus den Fugen und sie müssen versuchen sie wieder zusammen zu flicken. Aber werden sie das schaffen? Ich habe mit Interesse und einem Kopf voller Möglichkeiten, wie die Geschichte der beiden ausgehen wird, verfolgt, wie sie sich geeinigt haben es zu versuchen, gestritten haben, ja, sich sogar angeschrien haben. Aber auch, wie sie sich erneut näher gekommen sind, sich gegenseitig versucht haben zu verstehen, nur um sich dann erneut voneinander zu stoßen. Ich WOLLTE, dass es gut ausgeht, aber allein durch seinen Willen, kann ein Leser nicht viel bewirken.

Der Schreibstil der Autorin macht das Lesen sehr angenehm und rein äußerlich, wenn es nur um das Cover geht, gefällt auch das mir sehr gut.

Ihr wollt wissen, wie es ausgeht? Dann lest dieses Buch! Es ist eine wunderschöne Liebesgeschichte mit ihren Höhen und Tiefen.

Ich vergebe 4,8 von 5 Herzen.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen