Freitag, 30. September 2016

Rezension: Harry Potter und das verwunschene Kind

Autor: J. K. Rowling, John Tiffany, Jack Thorne
Verlag: Carlsen
Preis: 19,99€ [Hardcover]
Buchlänge: 336 Seiten




Die achte Geschichte. Neunzehn Jahre später. Das Skript zum Theaterstück!

Harry Potter und das verwunschene Kind, basierend auf einer neuen Geschichte von J.K. Rowling, John Tiffany und Jack Thorne, ist ein neues Theaterstück von Jack Thorne. Es erzählt die achte Geschichte in der Harry-Potter-Serie und ist gleichzeitig die erste offizielle Harry-Potter-Geschichte, die auf der Bühne präsentiert wird. Das Stück feiert am 30. Juli 2016 im Londoner West End Premiere.

Es war nie leicht, Harry Potter zu sein – und jetzt, als überarbeiteter Angestellter des Zaubereiministeriums, Ehemann und Vater von drei Schulkindern, ist sein Leben nicht gerade einfacher geworden.

Während Harrys Vergangenheit ihn immer wieder einholt, kämpft sein Sohn Albus mit dem gewaltigen Vermächtnis seiner Familie, mit dem er nichts zu tun haben will.

Als Vergangenheit und Gegenwart auf unheilvolle Weise miteinander verschmelzen, gelangen Harry und Albus zu einer bitteren Erkenntnis: Das Dunkle kommt oft von dort, wo man es am wenigsten erwartet.

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Ihr glaubt gar nicht, wie sehr ich mich gefreut habe, als ich erfahren habe, dass es eine achte Geschichte rund um Harry Potter geben wird. Aber dieses Mal geht es nicht nur um ihn und seine zwei besten Freunde. Harry ist erwachsen geworden. Hat einen Job. Und seine Frau Ginny, sowie seine drei Kinder. Aber Harry hat es keineswegs leicht als Vater. Besonders Albus macht es ihm schwer. Beziehungsweise machen sie es sich gegenseitig schwer, denn auch Albus fühlt sich von seinem Vater missverstanden und nicht richtig gesehen.

Das überraschte mich um ehrlich zu sein etwas, denn am Ende des siebten Bandes wirkte er ziemlich niedlich und unschuldig. Zweifellos war es das auch, aber mit der Zeit wächst eine Bitterkeit in ihm, die es Harry noch schwerer macht, zu ihm durchzudringen. Viele Gründe führen dazu, dass sie sich voneinander entfernen. Den berühmten Harry Potter zu Vater zu haben beschwert einen erst einmal jede Menge Aufmerksamkeit, aber wenn man dann auch noch nach Slytherin kommt, ist dass für Albus der Beweis, dass er nicht wie sein Vater ist. Und so - und der fixen Idee von Albus und Scorpius, den Sohn von Draco Malfoy  - nimmt das Buch seien Lauf.

Ich finde es sehr spannend, wie die Vater-Sohn-Beziehung sich während der vier Akte entwickelt. Keiner von beiden hat es leicht, nicht mit dem anderen, aber auch nicht mit seinem Umfeld und seinen eigenen Gedanken. Harry versucht zu Albus durchzudringen, schafft es aber nie, weil er anscheinend immer die falschen Worte verwendet. Und Albus... Manchmal, so scheint es mir, will es seinen Vater auch einfach nicht verstehen und provoziert ihn mit voller Absicht. Es fühlt sich unter Druck gesetzt, weil Harry so etwas großartiges geleistet hat. Aber was er nicht versteht ist, dass sich Harry das nicht ausgesucht hat. Sehr viele unausgesprochenen Worte zwischen den beiden Belastet ihre Beziehung. Und so zieht Albus sich zurück und endet mit einem einzigen Freund: Scorpius, der Sohn von Draco.

Ungewöhnlich diese zwei Kinder zusammen zu bringen, aber gut gewählt. Die Väter waren Feinde und so ist es doch nur logisch, dass die Kinder sich auch nicht leiden können, oder? Falsch! Albus machte gleich auf der Zugfahrt nach Hogwarts klar, dass es ihn nicht interessiert, wie ihre Väter zueinander standen oder von wem Scorpius der Sohn sein soll. Lauter Gerüchte, denkt es sich. Und so beginnt eine wunderbare Freundschaft. Sie ist ähnlich stark, wie die von Harry, Ron und Hermine. natürlich hat sie auch ihre Höhen und Tiefen, aber in den wichtigen Momenten stehen sie entweder einander bei oder finden wieder zueinander.

Zu der Geschichte, die erzählt wird, kann ich nur sagen, dass sie mir sehr gut gefallen hat. Die Idee mit dem Zeitumkehrer und wie die zwei Jungs die Gegenwart verändern bietet vielfältige Möglichkeiten und ich finde, die haben die Autoren genutzt. Man ist alten Bekannten wieder begegnet, aber auch neuen Charakteren, vorbei die sich in Grenzen gehalten haben und hauptsächlich Nebencharaktere waren. Aber das finde ich gut so. Wer der Bösewicht war, konnte ich mir jedoch schon früh denken und so war es für mich nicht weiter überraschend. Ein minimaler kritikpunkt, da ich in den vorherigen Teilen oft bis zur Auflösung höchstens immer nur eine vage Vermutung hatte.

Etwas mehr Ernsthaftigkeit hätte an machen Stellen nicht geschadet und manchmal war es auch etwas verwirrend, was mich im Lesefluss etwas stocken lassen hat und ich die Stelle noch ein zweites Mal lesen musste. Aber das kam wirklich nicht oft vor und insgesamt konnte meine Skepsis, die ich am Anfang gegenüber diesem Buch hegte, für unwichtig erklärt werden. Klar ist es anders als seine Vorgänger und es wird, leider, für mich auch nie mit ihnen mithalten können, aber mit dieser Vorstellung bin ich auch nicht an dieses Buch herangegangen. Allein, weil es wie ein Theaterstück geschrieben ist. Aber alles in allem bot es mir wunderbare Unterhaltung.

Ich durfte noch einmal in die Welt von Harry Potter eintauchen. Durfte wieder "nach Hause" kommen. Danke.

Ich vergebe für dieses Buch 4,9 von 5 Zauberstäbe.


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