Mittwoch, 28. September 2016

Rezension: Harry Potter und der Gefangene von Askaban

Autor: J. K. Rowling
Verlag: Carlsen
Preis: 16,90€ [Hardcover]; 10,99€ [Taschenbuch]
Buchlänge: 480 Seiten [Taschenbuch]


Diesmal läuft in den Ferien alles gründlich schief. Weil Harry seine schreckliche Muggeltante mit einem Schwebezauber an die Zimmerdecke befördert hat, droht ihm jetzt der Schulverweis. Doch Harry darf zurück nach Hogwarts - und alle behandeln ihn plötzlich wie ein rohes Ei. Liegt das daran, dass ein gefürchteter Verbrecher es auf ihn abgesehen hat? Zusammen mit Ron und Hermine geht Harry der Sache nach. Und stößt auf jede Menge Geheimnisse.

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Harrys Leben war ja noch nie einfach gewesen, aber als in den Ferien sein bereits angespanntes Verhältnis zu seiner Tante und seinem Onkel kippt - nach einer Auseinandersetzung mit Folgen, die kein Muggel je spüren sollten - verlässt er kurzerhand das Haus und kommt nach einer etwas „anderen“ Busfahrt im „Fahrenden Ritter“ im „Tropfenden Kessel“ unter. Kuriose Namen, hinter denen sich nicht weniger Kurioses verbirgt. Ein Bus, der seine Breite ändern kann und eine Gaststube, bei der man vorsichtig sein sollte, bei dem, was man bestellt.
Dieses Mal lauert aber nicht nur in Hogwarts Gefahr, oder warum soll Harry die Winkelgasse nicht verlassen? Ein Gefangener ist aus dem Hochsicherheitsgefängnis Askaban geflohen und ist hinter Harry her? Was will er von Harry? Und warum ist er so gefährlich? Ganz einfach: noch nie zuvor ist es jemandem gelungen von dort zu fliegen. Niemand entkommt den Dementoren, unheimliche schwarze Wesen, in deren Nähe du den bisher schrecklichsten Moment deines Lebens erneut durchlebst und an ihn erinnert wirst. Wird Harry deswegen auf der Zugfahrt nach Hogwarts ohnmächtig? Und wer ist der neue Lehrer, der den Dementor verscheucht? Was ist sein Geheimnis?

Es wartet etwas Abwechslung auf den Leser, was mir gut gefallen hat. Der dunkle Lord steht nicht mehr im Vordergrund, als der absolut Böse - was er natürlich immer noch ist - aber er spielt in diesem Band nicht den Hauptbösewicht. Stattdessen führt Rowling eine neue Figur ein, die ihr sehr gut gelungen ist. Sirius Black. Sehr talentierter Zauberer, mit vielen Geheimnissen und geflüchteter Gefangener Nummer Eins. Auf ihn wird das Hauptaugenmerk in diesem Band gelegt. Ihn und seine Verbindung zu Harry. Was verbindet die zwei miteinander und was hat das ganze mit Harrys Vater zu tun? Ist die Wahrheit wirklich das, was alle sagen? Oder irren sich vielleicht tausende von Menschen, weil sie die Sache einfach nicht genug hinterfragen und untersuchen? Aber wer würde drei Kindern glauben?

 "Die Stimme eines Kindes, egal wie ehrlich und aufrichtig, ist bedeutungslos für jene, die verlernt haben zuzuhören."
- Professor Dumbledore

Aber das ist nicht der einzige Neuzugang. Remus Lupin, Freund von Harry verstorbenen Vater, ebenfalls von wirren Geheimnissen umgeben, die es alle im Laufe des Buches zu lüften gilt, wird als neuer Lehrer für Verteidigung gegen die Dunklen Künste eingestellt. Und er macht seine Job wirklich gut. Aber das ist nicht alles. In ihm findet Harry eine neue Vertrauensperson.

"Als du zum ersten Mal vor mir gestanden hast, da hab ich dich sofort erkannt. Und zwar nicht an der Narbe, an den Augen. Ich sehe deine Mutter darin. Ja ohja ich habe Lilli gekannt. Deine Mutter war für mich da, als niemand anders für mich da war. Sie war nicht nur eine einzigartig begabte Hexe, sondern auch eine ungewöhnlich gütige Frau. Sie hat in anderen stets das Gute gesehen. Auch dann oder vielleicht sogar ganz besonders dann, wenn dieser Mensch das in sich selbst nicht sehen konnte."
- Remus Lupin

Man merkt, dass dieses Buch eine weitere Station der Entwicklung von Harry, Ron und Hermine ist, denn die drei verlassen nun merklich das Kindheitsalter und werden zu Jugendlichen, die jedoch immer noch alles und jeden hinterfragen und es sich anscheinend zur Lebensaufgabe gemacht haben die schwierigen und gefährlichen Fälle zu lösen. Denn auch in diesem Band warten wieder einige Gefahren und Rätsel auf sie. Vor allem Harry steht unter Beobachtung, da man ihm keiner Gefahr aussetzen will.
Aber es gibt nicht nur Schrecken und Gefahr, die dieses Buch beherrschen. Es gibt auch wieder wundervoll, fröhliche und glückliche Momente. So zum Beispiel die Weihnachtsferien, die Harry, wie immer in Hogwarts verbringt, zusammen mit Ron und Hermine. Und von wem stammt das Geschenk ohne Absender? Oder aber die Besuche in Hogsmed, einem kleinen Dorf ganz in der Nähe von Hogwarts.

Die Geschichte zieht einen, wie seine Vorgänger auch, in einen Bann, der das Lesen zu einem wunderbaren Zeitvertreib macht. Ein wunderbarer Schreibstil, mit jeder Menge passender Vergleiche und einem Humor an manchen Stellen, der der Geschichte Spannung und jede Menge Facetten verleiht.

Der dritte Harry Potter Band ich von allen mein Liebster und das nicht nur, weil zwei meiner Lieblingsfiguren in diesem Band erstmals in Erscheinung treten, mehrfach erwähnt werden und aktiv an den Geschehnissen teilhaben. Diesen band könnte ich wirklich immer und immer wieder lesen.


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