Donnerstag, 15. September 2016

Rezension: HerzSeilAkt - Samtküsse unter den Sternen

Autor: Mirjam H. Hüberli
Verlag: Drachenmond Verlag
Preis: 12,90€ [Softcover]; 3,99€ [eBook]
Buchlänge: 212 Seiten


Der großen Liebe hat Mina längst abgeschworen, auch wenn ihr Horoskop etwas anderes prophezeit, alleine ist sie besser dran, dessen ist sie sich sicher. Ihr Leben ist eh schon chaotisch genug, da braucht sie nicht auch noch einen Mann, der mit ihrem Herzen spielt.

Doch gerade, als sie sowieso schon genug mit ihrer kranken Mutter, den Freundinnen und ihrem Buchclub zu tun hat, kommt ihr das Schicksal in Form von Frederic in die Quere, der ihr unverhofft vor die Füße fällt. Nicht nur ihre Gefühle, sondern auch ihr Leben werden ordentlich durcheinander gewirbelt und obwohl er genauso schnell verschwindet, wie er in ihr Leben tritt, hinterlässt er ein merkwürdiges Kribbeln in ihrem Herzen.

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Beginnen tut das Buch mit einem Knall. Und das jetzt nicht nur im übertragenen Sinne. Das erste, was der Leser liest, ist, wie unsere Protagonistin, auch Chaosqueen, aber auch Mine genannt, umgenietet wird. Entschuldigt die Wortwahl, aber anders kann ich nicht beschreiben, wie Frederick sie mit dem Fahrrad angefahren hat und dabei eine Ware (ein Brautkleid) beschädigt wurde, die es eigentlich, eigentlich!, unversehrt in das Atelier ihrer Chefin schaffen sollte. Tja, wenn das nicht einmal gründlich schief ging. Nach zahlreichen Entschuldigungen seitens Frederik und jeder Menge Drama seitens Mine, schafft sie es letztendlich doch noch zur Arbeit, weitestgehend unversehrt aber mit der klaren Aussicht vor Augen jeden Moment ihren Job zu verlieren.

Aber mal ganz ehrlich? Wäre das denn so schlimm?! Ihre Freunde sind sich einig: Nein! Mine macht ihren Job super, aber etwas gut zu machen heißt nicht immer gleich, dass es auch zufrieden acht. Und sollte man seinen Job nicht mögen und lieben?

"Klarkommen und glücklich sein, das sind zwei verschiedene Paar Schuhe" 
- Mines Mutter

Mit ihrer Mutter hat Mine kein einfaches los gezogen, wie mein gleich zu beginn feststellt. Erst vor Kurzem hat sie einen Schlaganfall erlitten und ist seitdem nicht mehr die alte. Beide Frauen taten mir leid, denn niemand hat dieses Schicksal verdient. ´Man erfährt nicht, wie Mine davor war, aber ich denke, dass sie sich durch die Krankheit ihrer Mutter noch einmal ein Stück gewandelt hat, denn sie ist zwar ein Chaoskopf, aber mit einer gewissen Reife, die man für das Leben benötigt. Insgesamt ist mir Mine sehr sympathisch und ihre Gedanken haben mich schon das ein oder andere Mal schmunzeln lassen. Aber während des Verlaufs der Geschichte erlebt sie auch viel, und nicht alles ist positiv und macht Freude...

Aber wichtiger: Hat sie damit recht? Ich finde schon und wie Mine bald einsehen wird, stimmt es tatsächlich, den€n was sie eigentlich will ist malen. Malen und Zeichnen. Das ist ihre Leidenschaft und wenn man den anderen Figuren dieses Buches glauben darf, dann ist sie sogar richtig gut darin. Aber das Zitat von Mines Mutter bezog sich ja nicht nur auf den Job. Wie sieht es in Sachen Liebesleben bei Jule aus? Tote Hose. Das muss man dringend ändern und nur gut, dass Frederick, als er sie zu Fall gebracht hat, gleichzeitig ihren Schlüsselbund gefunden hat. Nachdem er dann auch noch Blumen in den Shop geschickt hat, in dem Mine arbeitete (zusammen mit seiner Telefonnummer). Mine kann es sich nicht verkneifen ihn sofort anzuschreiben, denn er wirkte trotz seiner "stürmischen" Art ziemlich attraktiv auf sie. Kurzerhand wird ihr Schlüsselhüter zu ihrem WhatsApp - Kontakt Nummer eins und nicht selten halten sie sich gegenseitig vom Schlafen ab. Dabei hat Mine den dringend nötig, denn ihr stehen unruhige, sowie spannende, aber auch gefühlsaufreibende Zeiten bevor.

Man bekommt einen ziemlich guten Einblick in die Welt, in der Mine lebt. Man lernt ihre Freundinnen und ihre beste Freundin kennen, die eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielen, und jedes Kapitel wird mit einem täglichen Horoskop von #MissStarlet eingeleitet. Eine sehr schöne Idee, da es auch nicht minder wichtig für den verlauf und das Ende des Buches ist. Mine erlebt einige neue Eindrücke, die sie entweder gewollt, oder ungewollt sammelt. Sie erkennt, was ihre Mum in ihrem Lebensgefährten gefunden und an ihm gemocht hat. Sie erkennt, was ihr wirklich wichtig ist im Leben und ob sie ihren Job so weiterführen will, wie bisher (kann sie das überhaupt, oder wird sie irgendwann sowieso gefeuert? Da wäre nämlich immer noch diese Kleinigkeit mit dem Kleid).

Aber Mine erlebt auch einiges. Denn kurz nachdem alles ausweglos scheint, tut sich ihr eine neue Perspektive auf, die ihr neuen Mut gibt. Denn es gibt gleich drei Tatsachen, mit denen sie fertig werden muss. Entweder annehmen, oder etwas dagegen unternehmen, wobei bei einer Sache nur eine dieser Möglichkeiten in Frage kommt - auch wenn es schwer ist. Sie kriegt die Möglichkeit das zu tun, was sie liebt, aber kann sie die Chance ergreifen? Und dann ist da auch noch der Mann, der ihr nicht aus dem Kopf geht und der eine Verbindung zu einer Person hat, die sie nie im Leben hergestellt hätte.

Mines Geschichte hat mich sehr gefesselt und mitgerissen. Der Frau, der so viel unmögliches passiert, dass es schon nicht mehr normal ist. Es geht um Liebe, Herzschmerz, Verlust. Alles Themen, die jedem von uns, jedem Menschen, zusetzen oder auch beflügeln können. Das finde ich toll an solchen Büchern. Es geht um etwas alltägliches und bezugsnahes. Wir können uns alle etwas darunter vorstellen, was Mine durchmacht und erlebt. Und wenn ich das Buch in drei Wörtern beschreiben müsste, wären das: überraschend (denn die Autorin hat es geschafft das aller größte Geheimnis wirklich erst am Schluss zu enthüllen - ich hatte wirklich keine Ahnung, obwohl ich an einer Stelle misstrauisch geworden bin), romantisch (ich glaube hierzu brauche ich nicht viel zu sagen) und mitreisend.  

Es hat sich für mich definitiv gelohnt das Buch zu lesen, dessen Schreibstil mir sehr gefallen hat und mich flüssig durchs Buch brachte.

Ich vergebe 5 von 5 Sterne für dieses Buch.

PS. Ist das Cover nicht der Hammer? Ich finde es schade, dass ich nur das Ebook habe, denn im Regal würde sich das Buch bestimmt auch ganz toll machen.


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