Freitag, 21. Oktober 2016

Rezension: Elfenblüte - Himmelblau

Autorin: Julia K. Knoll
Verlag: Carlsen (Impress)
Preis: 2,99€ [Ebook]
Buchlänge: 212 Seiten


Es ist alles andere als leicht, als überzeugtes Großstadtkind von Hamburg aufs bayerische Land zu ziehen. Und das auch noch in eine Kleinstadt, in der jeder jeden kennt und man selbst niemanden. Erst in Alahrian, dem Jungen mit den himmelblauen Augen und dem makellosen Aussehen, findet die siebzehnjährige Lillian einen Vertrauten. Dabei ist Alahrian alles andere als menschlich. Als Geschöpf der Natur kann er Blüten zum Blühen und Gewitter zum Brodeln bringen. Aber mit den Gefühlen zu Lillian umzugehen, steht auf einem ganz anderen Blatt …

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Ein Junge, der nicht hundert Prozent selbstsicher und von sich überzeugt ist. Allein damit hat das Buch bei mir gepunktet. Alahrian ist mir aber nicht nur deswegen sympathisch. Er ist einfach gut und mischt sich so gut wie möglich unter die Menschen und das, obwohl er allen Grund dazu hätte sie zu hassen. Denn sie haben ihm vor hunderten von Jahren etwas schreckliches angetan und ich finde es erstaunlich, dass er sich immer noch mit ihnen abgibt. Vielleicht liegt das einfach an seinem von Natur aus eher sanftem Gemüt, aber das kann ich mir nicht ganz vorstellen. Manche Menschen haben ihm etwas schlimmes angetan, aber dass er nicht alle Menschen dafür verantwortlich macht, zeigt, dass er einen guten Charakter besitzt und das wurde mir das ganze Buch hindurch immer wieder bestätigt.

Und dann gibt es auch noch Lillian, möchte jedoch Lilly genannt werden, obwohl ich Lillian viel schöner finde. Sie ist auch eher zurückhaltend, aber das heißt nicht, dass sie sich abkapselt. Sie ist nicht unbedingt begeistert auf das Land zu ziehen, aber man merkt, dass sie nicht diese kindische Ader an sich hat, denn sie trägt ihrem Vater diese Entscheidung nicht nach. Ich konnte ihre Gedanken gut nachvollziehen, weil sie einfach vollkommen normal waren. Die Autorin hat auf jeden Fall zwei sehr bodenständige Charaktere geschaffen, was mir sehr gut gefallen hat. Sie haben ihre Stärken, aber genauso ihre Schwächen und diese Balance ist es, die für mich wichtig ist.

Die Schauplätze finde ich gut gewählt und auch die Beschreibungen wahren sehr ausgewogen. Ich konnte mir jeden einzelnen Ort sehr gut vorstellen und was mir auch besonders gut gefallen hat, war, die Einbeziehung der Natur. Es vergehen fast wirklich keinen zwei Seiten ohne, dass sie erwähnt wird, oder ein Vergleich zu ihr hergestellt wird. Ich mag die Natur und ihre Facetten sehr, deswegen hat es mich sehr gefreut, dass dieses Thema hier so sehr mit aufgegriffen wurde. Allerdings hat das vielleicht auch damit zu tun, dass mich der Schreibstil der Autorin von Anfang an gefallen hat.

Ein Kritikpunkt ist jedoch, dass ich nicht wirklich das Gefühl hatte, dass Spannung aufkommt. Klar, es gibt diese Momente im Buch, in denen etwas passiert, aber abgesehen davon war alles so... seicht. Als wäre das ganze Buch nur das Vorspiel und die Haupthandlung würde sich erst in den späteren Büchern stattfinden. Das hat mich an diesem Buch etwas gestört.

Aber dennoch hat es mir im Großen und Ganzen ziemlich gut gefallen. Ich hoffe die nächsten Bücher werden etwas spannender und natürlich hoffe ich auf eine große Entwicklung des Verhältnisses zwischen Lillian und Alahrian, aber auch der einzelnen Figuren. Auch dürfen gerne noch mehrere Personen mit einbezogen werden, denn der erste Teil hat sich die meiste Zweit wirklich nur auf die beiden Hauptfiguren beschränkt. Ich bin gespannt.

Für dieses Buch vergebe ich 4 von 5 Sterne.

PS. Das Cover gefällt mir sehr gut, da ich sowohl die Blume, die Lilie, als auch die Farbe mag.
 

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