Samstag, 8. Oktober 2016

Rezension: Magnus Chase - Das Schwert des Sommers

Autor: Rick Riordan
Verlag: Carlsen
Preis: 13,99€ [Ebook], 19,99 [Hardcover]
Buchlänge: 560 Seiten [Hardcover]


Magnus schlägt sich nach dem Tod seiner Mutter allein auf der Straße durch, denn seinen Vater hat er nie gekannt. Bis er eines Tages etwas Unglaubliches erfährt: Er stammt von einem der nordischen Götter Asgards ab! Leider rüsten diese Götter gerade zum Krieg; auch Trolle, Riesen und andere Monster machen sich bereit. Ausgerechnet Magnus soll den Weltuntergang Ragnarök verhindern. Dafür muss er ein magisches Schwert finden, das seit 1000 Jahren verschollen ist. Noch hat er keine Ahnung, was für Abenteuer auf ihn warten!

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Ein obdachloser Junge, der auf der Suche nach seinem Geburtsrecht stirbt und zum Einherje wird klingt ziemlich abgefahren, oder? Ist es auch, aber wenn man sich erst einmal darauf einlässt taucht man in eine Welt ein, die man so noch nicht gesehen hat. Oder besser: In Welten! Denn laut der nordischen Mythologie gibt es neun Welten, die alle durch den Weltenbaum Ygdrasiel miteinander verbunden sind. Ganz oben befindet sich die Welt der Götter Asgard, irgendwo in der Mitte Mitgard, unsere Welt, die Welt der Menschen, und ganz unten Helheim, das Reich der unehrenhaft gestorbenen, regiert von der Göttin Hel. Keine sehr angenehme Zeitgenossin, wie ich beim Lesen des Buches feststellen musste. Aber das haben Kinder des Loki nun einmal so an sich, oder? Falsch!

Denn Samirah rettet Magnus Seelen und macht ihn zu Einherje. Und was ist sie? Eine Tochter des Loki. Seine Kinder sind also nicht alle schlecht, wenn man an Hel und dem Fenriswolf vorbeiblickt. Apropos Fenriswolf, der spielt auch noch eine Rolle, aber später dazu mehr. Sam jedenfalls ist eine Walküre, deren Aufgabe es ist ehrenhaft im kampf gestorbene Rekruten nach Wallhala zubringen, wo sie bleiben und trainieren, bis sie zur Götterdämmerung in ihren finalen Kampf ziehen. Für die, die es nicht wissen. Bei der Götterdämmerungen sterben alle, wirklich alle. Götter, Menschen, böse Kreaturen, bis auf zwei Söhne des Thors.  Es verwundert also niemanden, dass man die Götterdämmerung so weit wie möglich aufschieben möchte, aber manche sehen das ganz anders, denn sie, z.B der Fenriswolf, erlangen dort erst ihre Macht und sorgen für verderben. Etwas was sie gerne tun. Es gibt also Leute, oder Tiere, die die Götterdämmerung beschleunigen wollen.

Und warum geht es in diesem Buch. genau das aufzuhalten. Magnus und Sam fliehen dafür aus dem und kriegen Unterstützung von einem Alben und einem Zwerg, zwei Freunden von Magnus, als er noch auf der Straße gelebt hat. Sie müssen ein Seil finde, mit dem sie den Fenriswolf wieder fesseln können und nebenbei auch noch Surt daran hindern das Schwert des Sommers zu erlangen und es vor ihm finden. Der letzte Punkt ist kein Problem, aber alles andere stellt sie dann doch vor Herausforderungen.

Ich kenne die Bücher von Rick über Mythologie. Bis jetzt nur die über griechische, aber sobald dieses Buch hier erscheinen war, war für mich klar, dass ich es sobald wie möglich lesen musste. Und ich wurde nicht enttäuscht. Magnus Chase ist anders als die bisherigen Bücher. Das liegt nicht nur daran, das es nun aus einem anderen Blickwinkel geschrieben wurde [dem von Magnus]. Das Gefühl beim Lesen war ein anders. Alles ist ein wenig reifer und gefährlicher. Es wartet sehr viel Aktion auf den Leser und auch wer sich bereits ein bisschen mir der nordischen Mythologie auskennt, wird hier noch einmal einiges dazulernen. Mir ging es auch so. Ich habe mich schon vor Magnus Chase dafür interessiert, aber nie sehr intensiv recherchiert. Ich bin nach diesem Buch definitiv schlauer als vorher und die Art, wie ich etwas dazugelernt habe, war sehr unterhaltsam.

Der Schreibstil des Buches ist gewohnt sarkastisch und ironisch, der Charaktere nehmen sich nicht zu ernst und das gefällt mir bei jedem seiner Bücher sehr gut. Und auch die Bösewichte wurden für mich auf eine ganz neue Stufe gestellt. Jeder einzelne Charakter wird authentisch und ist auf seine Weise besonders und das kommt nicht nur dadurch, dass gefühlt jeder zweite einer anderen "Rasse" angehört. Menschen, Götter, Alben, Zwerge. Sehr viele Gattungen sind vertreten und die alle zusammenzubringen ist Rick Riordan sehr gut gelungen.

Die Geschichte ist spannend und hat mich definitiv gefangen genommen. Die Charaktere sind mit einem einzelnen Wort beschrieben einfach nur grandios. Und auf eine Fortsetzung warten zu müssen gleicht für mich einem absoluten Albtraum. Denn  besonders die letzten Seiten habe ich in einem Rutsch gelesen und jetzt einfach aufhören zu müssen schmerzt regelrecht.
Mit "Magnus Chase - Das Schwert des Sommers" ist Rick Riordan ein Auftakt zu einer Reihe gelungen, bei der ich keine Zweifel habe, dass sie genauso toll, wenn nicht sogar noch besser, wird, wie seine Percy Jackson Bücher und die Helden des Olymp Reihe. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht und was er sich noch alles so einfallen lassen wird.

Ich vergebe für dieses Buch 5 von 5 Schwertern.

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