Mittwoch, 30. November 2016

Rezension: Pandemonium

Autor: Lauren Oliver
Verlag: Carlsen
Preis: 8,99€ [Ebook]; 8,99€ [Taschenbuch]
Buchlänge: 352 Seiten


Die angepasste Lena von früher gibt es nicht mehr. Die glaubte, was man ihr sagte, und sich gegen die Liebe heilen lassen wollte. Dieses alte Ich hat Lena zurückgelassen auf der anderen Seite des Zauns, über den sie mit Alex geflohen ist. Hier, in der Wildnis, schließt sie sich dem Widerstand an. Ein Auftrag führt sie erneut in die Stadt. Und tief in ihrem Innern gibt sie die Hoffnung nicht auf, dass Alex doch noch am Leben ist. Sie muss ihn finden. Denn in ihrem Herzen lodert immer noch die Liebe.

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Auch bei diesem Band hatte ich Probleme einen Einstieg zu finden, aber nach den ersten zwanzig Seiten flossen die Buchstaben nur so dahin. Ich kam rasch voran, und vor allem der Mittelteil ging mir schnell von der Hand. Obwohl es immer noch um die Liebe geht und Alex allgegenwärtig in Lenas Gedanken ist, geht ihr leben weiter. Sie steht jeden Tag auf, versucht wieder auf die Beine zu kommen und läuft ihre Runden. Sie gliedert sich in die Reihen der Invaliden ein. Die Abnormalen, obwohl es doch für uns alle die sind, die die Welt sehen, wie sie eigentlich sein sollte. Mit Liebe, Leidenschaft, aber auch Schmerz und Verlust. Jeder in der Wildnis kann sein eigenes Lied davon singen und Lena auch. Sie gehört jetzt dazu.

Es tauchen jede Menge neue Charaktere auf. Der einzige, der uns erhalten geblieben ist, ist Lena. Sie findet neue Freunde. Leute, denen sie mit der Zeit ihr Vertrauen schenkt. Lena macht einen unglaublichen Schritt in ihrer Entwicklung und das finde ich sehr beeindruckend. Es geht in diesem Band immer noch um die Liebe, aber sie steht nicht so stark im Vordergrund, wie in anderen Büchern. Sie ist präsent. Immer. Aber mit gefällt die Art, wie sie immer "anwesend" ist. Nicht zu aufdringlich, aber man verliert nie das eigentliche Thema des Buches aus den Augen. Aber es geht gleichzeitig um noch so viel mehr. Es geht um die Freiheit. Das Recht jedes einzelnen für sich selber Entscheidungen zu treffen. Die Möglichkeit zu haben sich sein eigenes Leben aufzubauen und sich nicht einem blöden Gesetzt unterwerfen zu müssen.

Wie diese Themen in diesen Büchern angesprochen werden finde ich sehr interessant und außerdem sehr gelungen. An diesem Buch ist aber noch etwas besonders. Es gibt zwei verschiedene Perspektiven. Beide Male aus Lenas Sicht, aber einem betitelt mit "jetzt" in dem die aktuellen Vorkommnisse beschrieben werden und einmal "damals". In diesen Kapiteln geht es darum, wie sie in das Lager der Rebellen/Freiheitskämpfer gekommen ist. Am Anfang hat mich das etwas verwirrt, aber schnell war ich davon begeistert gewesen.

Und vor allem ein Charakter hat mich sehr interessiert. Julius. Bei einer Aktion soll Lena unbedingt bei ihm bleiben. Und wird zusammen mit ihm gefangen genommen. Dabei kommen sie sich unweigerlich etwas näher. Aber Julius ist kein Rebell. Er weiß nicht wie es ist zu lieben. Interessant finde ich hierbei, dass in diesem Band die Rollen getauscht wurden. Im letzten Band war noch Lena die unwissende. Die, die keine Ahnung hatte. Und nun ist es genau andersherum. Wird sie ihm ihre Sicht nahe bringen können?

Enden tut das Buch mit einem bösen Cliffhanger, der mich für einen Moment sprachlos gemacht hat. 

Ich vergebe 4 von 5 Sterne.

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