Dienstag, 27. Dezember 2016

Rezension: In der Seele ein Grauwolf

Autor: Anika Lorenz
Verlag: Carlsen (impress)
Preis: 3,99€
Buchlänge: 260 Seiten


Endlich ist es Emma gelungen, das Geheimnis aufzudecken, das so lange zwischen ihr und Nate stand. Doch während sie sich ihm näher fühlt als je zuvor, scheint ihr normales Leben weiter entfernt, als sie es jemals für möglich gehalten hätte. Denn in ihrer Kleinstadt ist nun plötzlich sie diejenige mit dem Geheimnis. Und einem gefährlichen noch dazu. Verzweifelt versucht sie sich an ihr neues Leben zu gewöhnen, aber wie soll sie das Tier in sich kontrollieren, wenn sie noch nicht mal weiß, welche Bestie in ihr schlummert?

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24 Stunden. Weniger als 24 Stunden habe ich gebraucht, um dieses Buch durchzulesen. Oder besser gesagt durch zu suchten. Da dies der zweite Teil der Hearts against soul Reihe ist und mir der erste Band noch relativ gut in Erinnerung geblieben ist, war ich beinahe sofort wieder in der Geschichte drinnen. Und ich wusste schon am Anfang, dass dieser Band ein noch größeres Gefühlschaos als der erste bereithalten würde. 

Emma weiß nun, dass sie eine Gestaltwandlerin ist, aber noch nicht, welches Tier sich in ihr verbirgt. Als sie es dann aber tatsächlich schafft das Tier in ihr bewusst raus zu lassen, sind alle ein bisschen geschockt. Ein Schneeleopard. Das gleiche Tier, in das sich auch Liam immer verwandelt und was diese Erkenntnis für Folgen hat ist für alle nicht einfach zu verarbeiten. Hegt sie doch Gefühle für Nate, aber was hat es mit dieser Lebenspartnerschaft auf sich, wegen der sie sich plötzlich noch stärker als sonst zu Liam hingezogen fühlt? Gefühlschaos ist vorprogrammiert, doch auch der anfängliche Missmut mit dem Tier in ihr nicht richtig kommunizieren zu können Belastet Emma. Hinzukommt die immer noch anhaltende Spannung zwischen ihr und ihrer Grandma. Alles nicht so einfach... 

Ich konnte sofort wieder in die Geschichte eintauchen und dort anknüpfen, wo der erste Band aufgehört hat. Ich habe Emma, Nate, Liam und Lana noch besser kennengelernt und mit ihnen die vielen verzwickten Situationen er- aber auch durchlebt. Emma und Liam verbindet dieses starke Gefühl zueinander hingezogen zu werden. Am Anfang war mir Emma sehr sympathisch, aber im Laufe des Buches hat dies etwas abgenommen, bevor es zum Ende hin wieder stärker wurde. Ich verstehe, dass sie sich ihren Gefühlen für Liam nicht entziehen kann, aber was sie Nate damit angetan hat... Aber Nate war schließlich auch nicht besser, er sucht sich jemand anderes zu hinwegtrösten. 
Diesen ganzen Mittelteil finde ich etwas lang. Für mich standen die Gefühle und ihre ganzen Probleme damit etwas zu sehr im Mittelpunkt und auch wenn das Gestaltwandeln immer noch präsent ist, wurde es, für meinen Geschmack, zu sehr von dem anderen verdeckt. 
Auch nimmt die Handlung zu langsam an Fahrt auf. Der Anfang und ein Teil des Mittelteils plätschern so vor sich hin und erst gegen Ende wurde es wieder richtig spannend. Keine Frage, ich konnte das Buch trotzdem nicht aus der Hand legen, aber etwas mehr Spannung im vorderen Teil der Handlung hätte dem Buch bestimmt nicht geschadet. 

Das klingt jetzt alles so negativ, aber für mich sind das alles nur Kleinigkeiten, die mir beim Lesen zwar aufgefallen sind, die ich aber wirklich nicht an die große Glocke hängen will, denn sie haben mein Leseerlebnis in keinster Weise beeinflusst oder gar geschmälert. Ich habe es sehr genossen wieder in die Welt der Gestaltwandler einzutauchen und auch das ein oder andere Geheimnis ist an die Luft gekommen. gegen Ende haben sich in meinem Kopf einige Puzzlestücke verbunden, sodass ich nun ganz gespannt auf den letzten Teil der Reihe bin. Außerdem gefällt mir das Cover wirklich gut. Es passt gut zum ersten band und hat gleich Wiedererkennungswert.

Alles in allem ist "In der Seele ein Grauwolf" ein gelungene Fortsetzung, von der ich mir jedoch gewünscht hätte, dass der Aspekt des Gestaltwandels etwas mehr im Vordergrund steht

Ich vergebe 3,8 von 5 Sterne für dieses Buch.


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