Mittwoch, 1. Februar 2017

Rezension: Cindy & Rella

Autor: Marie Menke
Verlag: Carlsen (impress)
Preis: 3,99€
Seitenanzahl: 263 Seiten


**Die Prinzessin und das Aschenputtel**

Ihr siebzehnter Geburtstag ist der Tag, an dem sich alles entscheiden wird – da sind sich Cindy und Rella einig. Sei es eine glitzernde Party, die Cindy zur Prinzessin des Berliner Nachtlebens krönt, oder ein auf Pergament geschriebener Brief, der Rellas Bestimmung offenbart: An diesem Tag rechnen sie beide fest damit, dass etwas geschehen wird, das ihr Leben für immer verändert. Womit sie jedoch nicht rechnen, ist, dass sie sich ausgerechnet an diesem Tag zum ersten Mal über den Weg laufen werden. Zwei Mädchen, die sich äußerlich bis aufs Haar gleichen und deren Schicksale von Geburt an miteinander verwoben sind. Verliebt in zwei Jungen, von denen nur einer ein Prinz sein kann…

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Das Buch beginnt direkt mit dem Morgen von Cindys und Rellas 17. Geburtstag, dabei ist Rella jedoch einige Tage älter. Der Beginn von Rellas Geschichte spielt also ein paar Tage vor dem von indys. Für beide ist es ein besonderer Tag. Während Rella sehnsüchtig auf den Brief wartet, der ihr ihren zukünftigen und lebenslänglichen Beruf in der Fabrik mitteilen soll, ist Cindy schon ganz aufgeregt, weil am Abend ihre spektakuläre Geburtstagsfeier steigen sollen. Nun, bei beiden läuft der Tag nicht ganz wie geplant: Rella bekommt nicht ihren erhofften Beruf und da beschließt sie, als sie von einem Auftrag hört, der aus der Fabrik rausführen soll, zwar nur für einen Abend, die Chnace zu ergreifen. Den Abend von Cindys Geburtstagsfeier, der für Cindy alles andere als entspannt und ausgelassen wird.

Gleich zu Beginn merkt man, dass Cindy und Rella aus zwei komplett unterschiedlichen Welten stammen und auch von der Persönlichkeit sehr unterschiedlich sind. Rella ist es gewöhnt jeden Tag hart zu arbeiten und ihr einziger Rückzugsort besteht aus einem kleinen Zimmer. Sie ist ein sehr neugieriges Mädchen, was ihr manchmal wirklich nicht gut bekommt. Währenddessen lebt Cindy ein Leben im Luxus, denn Vater ist ein erfolgreicher Schauspieler, der sein Geld jedoch noch auf ganz andere Weise ein wenig aufstockt. Sie ist es gewöhnt zu bekommen, was sie möchte und ihr größtes Problem war bis zu diesem entscheidenden Abend, dass sie sich einen Kratzer an der Wange zugezogen hat.
Nur Timothy scheint sie nicht zu kriegen. Heimlich schon seit Jahren in ihn verliebt, scheint er einfach nicht das selbe für sie zu empfinden. Und Rella? Die hat genau das entgegengesetzte Problem. Joshua scheint sie wirklich zu mögen...

Ein Abend voller Probleme scheint vorprogrammiert, als Rella, Joshua und ein paar andere den Club, in dem Cindys Party steigt, besuchen dürfen, um dort zu arbeiten. Die Erzählperspektive wechselt immer zwischen Cindy und Rella hin und her und somit weiß man immer bescheid, was gerade bei jeder passiert. Ich finde es ziemlich passend, dass diese Erzählform mit Perspektivwechsel gewählt wurde, da ich so einen hervorragenden Einblick in die Charaktere der Mädchen bekommen habe. Der Wechsel geschah auch ziemlich oft, wobei mir das an manchen gut gefallen hat, an manchen aber auch den Lesefluss etwas unterbrochen hat. An sich hatte ich damit aber keine großen Probleme und konnte mich ganz auf die Handlung und ihre Figuren konzentrieren. Und konzentrieren musste man sich schon, wenn man alle Puzzleteile zusammensetzen wollte. Die Grundidee des Buchs finde ich sehr gelungen und auch Parallelen zu Cinderella habe ich, wie erhofft, einige gefunden. Überzeugen konnte mich das Buch auch mit seinem Schreibstil, der leicht und einfach ist, sodass ein schnelles vorankommen garantiert ist.

Nur Stück für Stück wird aufgedeckt, was es mit der Fabrik, den Arbeitern und Rellas Unwissen über scheinbar so alltägliche Dinge wie Musik zu tun hat. Dieses Rätselraten hat mir ziemlich gut gefallen und auch, dass vieles erst gen Ende richtig klar wurde. Wobei ich leider auch sagen muss, dass mir am Ende einfach zu viel offen gelassen wurde und einige Vermutungen von Cindy und Rella unbestätigt zurückblieben. Auch das Ende wurde, meiner Meinung nach, etwas zu eilig und kurz abgehandelt. Auch hatte ich leider das Gefühl, dass ich keine richtige Nähe zu dem Buch aufbauen konnte und immer das Gefühl hatte zu sehr auf Distanz zu sein.

Abschließend kann ich sagen, dass ich das Lesen durchaus genossen habe, mich aber ein paar Kleinigkeiten gestört haben. Wer Märchenadaptionen liebt, sollte sich diese Geschichte also unbedingt einmal näher anschauen. 

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