Dienstag, 14. März 2017

Rezension: Rotkäppchen und der Hipster-Wolf


Autor: Nina MacKay
Verlag: Drachenmond Verlag
Preis: 14,90€ [Softcover]; 4,99€ [Ebook]
Buchlänge: 343 Seiten

Im Märchenwald ist die Hölle los. Alle Happy Ends wurden gestohlen! Cinderella, Schneewittchen und Co. beschließen, ihre verschwundenen Prinzen zu retten, wozu sogleich eine "Verhöre-und-Töte"-Liste der Verdächtigen erstellt wird:

1.Wölfe töten
2.Hexen töten
3.böse Stiefmütter töten (wobei das oft mit Punkt 2 einhergeht)
4.böse Feen töten

Nur Red findet die Idee äußerst schwachsinnig. Doch dann taucht ein gutaussehender Hipster auf, der mehr über die verschwundenen Prinzen zu wissen scheint. Schnell stellt sich heraus, dass Everton eigentlich ein Werwolf ist und auf der Liste der durch die Prinzessinnen bedrohten Arten steht. Red bleiben plötzlich nur sieben Tage, um die Prinzen zu finden, bevor sie Ever ausliefern muss. Doch warum will gerade er eigentlich die Happy Ends zurückbringen? Benutzt er Red nur für seine eigenen Zwecke? Sicher ist jedoch: In Reds Leben nimmt ab sofort die Zahl der Hipsterwitze wahnwitzige Ausmaße an, sehr zum Leidwesen von Ever ...

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Sobald ich von diesem Buch das erste Mal gehört hatte, war für mich klar, dass ich es lesen musste. Und das habe ich dann auch mit großer Freude getan. Vom ersten Moment an, war ich in der Geschichte und habe an der Seite von Red und ihren Freundinnen ihr Abenteuer erlebt. Oder besser gesagt, den Beginn ihres Abenteuers, denn es folgen noch ein paar Teile. Im nächsten spielt Cinder die Hauptrolle und wird dabei von Peter Pan unterstützt. Beide habe ich in diesem Teil schon kennengelernt und bin gespannt, wie es weitergeht.

Nun aber erst einmal zu diesem Band. Band 1. Dem Anfang dieser kuriosen Geschichte. Meine Märchenwelt, wie sie zuvor in meinem Kopf existiert hat, wurde in diesem Buch total durcheinandergewirbelt. Angefangen damit, dass Red, Rotkäppchen, sich mit einem Wolf zusammentut, um die verschwundenen Ehemänner ihrer Freundinnen (Snow, Rose, Cinder und Rapunzel) zu finden, denn diese wollen sie unbedingt finden und von dort befreien, wo auch immer sie festgehalten werden. Man sieht schon, recht viele Informationen haben sie zu Anfang nicht, aber sie wissen ja glücklicherweise, wo sie die herbekommen wollen: Ihre Antihelden. Die Hexen, bösen Stiefmütter und Wölfe, die ihnen früher das Leben schwer gemacht haben.

Red scheint noch die vernünftigste dieser bunten Truppe zu sein, die gewalttätiger ist, als man zuerst annehmen mag. Mit ihrer Art und ihrem Sarkasmus ist sie mir von Anfang an sympathisch. Und wenn sie mit Ever zusammen unterwegs ist, hatte ich meistens ein Grinsen im Gesicht. Besagter Wolf ist eigentlich ein Werwolf, der für das Tapfere Schreiberlein schreibt und auf der Suche nach einer neuen Story ist. Das kommt Reds Plan die Prinzen zu retten ihm gerade recht und er schließt sich ihr an. Ihre Witze bezüglich seiner Hipster-Art muss er dafür wohl oder übel in Kauf nehmen, aber schon bald scheinen die zwei sich ganz gut zusammengerauft zu haben. Und dann wäre da noch, dass Red sich auf urkomische Weise, zu ihm hingezogen fühlt... Ich habe in jeder Szene gerne verfolgt, wie die zwei miteinander umgehen und natürlich haben auch die Spannungen nicht gefehlt, zusätzlich angefacht durch einen gewissen Piraten. Aber das soll jeder selbst herausfinden.

Und dann wären da noch Reds Freundinnen, Prinzessinnen des Märchenwalds und naja... am Anfang des Buches nicht gerade die Hellsten Sterne am Himmel. Zumindest kommt es mir so vor. Snow, ihre Anführerin und nicht gerade Spitzensportlerin im Bereich Freundlichkeit. Rose, beste Freundin von Red und dem Schlaf in jeder Situation durchaus zugeneigt. Rapunzel, die eine Leidenschaft für Snows Buttercremetörtchen hegt. Und Cinder, die nicht ohne ihren Selfistick loszieht unter dem auch der ein oder andere Märchenwaldbewohner zu leiden hat. Eine ziemlich bunte Mischung, aber am Ende des Buches merkt man schon eine deutliche Veränderung. Dennoch hätte ich die an manchen Stellen gerne einmal geschüttelt.

Mit dem Schreibstil kam ich gut zurecht und das Cover gefällt mir sehr gut. Man sieht, dass die Bewohner des Märchenwalds und nicht nur sein, in der Moderne angekommen sind. Der Selfistick, das Smartphone. Das alles spiegelt sich auch in der Geschichte wieder und somit wurde ein toller Bezug hergestellt.

Besonders toll finde ich an diesem Buch die Frage nach den Guten und den Bösen. Eine Frage, die auch im Buch zur Sprache gebracht wird. Sind die Prinzessinnen und Prinzen wirklich immer die Guten. Und die Hexen, bösen Stiefmuttern, bösen Feen und Wölfe wirklich immer die Bösen? Ich denke nicht so. Es gibt Grauzonen und Situationen, in denen diese Frage nicht einfach zu beantworten ist. Die Prinzessinnen tun eine Menge, um an Antworten zu kommen und gehen dabei nicht immer behutsam vor. Ich denke diese Frage wird sich auch in den nächsten Bänden noch stellen. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Insgesamt hat mir das Buch ziemlich gut gefallen. Es treffen viele Märchenfiguren, nicht nur Prinzessinnen und Prinzen, aufeinander und haben mein Märchenbild auf den Kopf gestellt. Ich habe es genossen zusammen mit Red zu reisen und will unbedingt wissen, wie es im folgenden Band "Aschenputtel und die Erbsenphobie" weitergeht.

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