Donnerstag, 4. Mai 2017

Rezension: Efenwächter: Weg des Ordens


Autor: Carolin Emrich
Verlag: Sternensand Verlag
Preis: 12,95€ [Taschenbuch]; 6,99€ [Ebook]
Buchlänge: 308 Seiten

Die siebzehnjährige Tris wächst abgeschottet von der Außenwelt in einem Kloster auf – so wie alle Magier des Königreichs Alvid. Ihr Leben ist eintönig, daher wünscht sich die junge Frau nichts sehnlicher, als dem Wächter-Orden anzugehören, um ihre Gabe zum Schutze der Menschen einzusetzen.
Als ihr Traum plötzlich in Erfüllung geht, erhält sie von den Wächtern die Aufgabe, die Elfen auszukundschaften. Dieses Volk will sich trotz verlorenem Krieg nicht dem König unterwerfen und überfällt immer wieder die Dörfer in der Nähe seiner Landesgrenze.
Selbst überzeugt von den Missetaten dieser Wesen, trifft Tris auf einem Erkundungsritt den Elfen Avathandal, der jedoch gänzlich anders ist, als sie erwartet hat.
Als sie sich schließlich in ihn verliebt, ist sie hin- und hergerissen.
Mit einem Mal hegt die junge Magierin Zweifel an den Motiven der Wächter. Hat sie sich für die falsche Seite entschieden? Oder ist es Avathandal, der sie täuscht?

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Tris hegt schon lange den Wunsch sich den Wächtern anzuschließen, damit sie ihre Magie frei ausüben kann und da kommt es ihr nur gelegen, dass gleich an unserem ersten Tag, den wir mit Tris erleben, zwei Wächter vorbeikommen, um zwei Rekruten mitzunehmen. Aufgeregt ihrem Wunsch so nah zu sein, tritt sie zu einem Auswahlkampf an und wie es das Schicksal will, wird sie tatsächlich ausgewählt.
Tris verlässt ihr beschauliches Leben im Kloster, in dem sie so gut wie keine Freiheiten hatte und nur begrenzt eigene Entscheidungen treffen konnte. Doch das Leben bei den Wächtern ist auch anders als erwartet. Vor allem, weil sie bald nicht mehr weiß, was sie glauben soll. Und vor allem: Wem sie glauben soll. Denn ihrem Heldenmut verdankt sie es, dass der Elf Avathandal nun in ihrer Schuld steht und er sie nun stets bei ihren Parolen begleitet. Und da kommt man sich unweigerlich näher...

Dass die Geschichte mitten im Geschehen einsetzt hat mir sehr gut gefallen. Man hält sich nicht mit langen Vorgeschichten auf, in denen Tris altes Leben beschreiben wird, sondern erfährt man in Nebensätzen die ein oder andere Kleinigkeit. immerhin ist Tris Leben im Lager der Wächter ein vollkommen anderes. Ich finde es nur etwas Schade, dass der Klappentext so viel von der Handlung verrät. Ich kenne zwar nicht alle Einzelheiten, aber doch so viel, dass es etwas von der Spannung nimmt, vor allem die Beziehung zwischen Avathandal und Tris. Ich weiß schließlich schon, worauf es hinausläuft. Auch andere Handlungsstränge oder Tatsachen sind teilweise leider leicht vorhersehbar.

Kommen wir zu den Charakteren. Tris ist mir eigentlich relativ sympathisch. Sie will frei sein, ihre eigenen Entscheidungen treffen und kein Leben hinter Mauern führen. Kann ich sehr gut nachvollziehen. Sie ist versucht stets stark zu sein und doch hat sie auch Schwächen. Besonders in der wzeiten Hälfte ging sie mir etwas auf die Nerven, weil sie, meiner Meinung nach, ein wenig zu oft auf die Tränendrüse gedrückt hat.
Und dann gibt es auch noch Avathandal. Ich wusste gleich, dass er zu meinem Lieblingscharakter werden würde. Auch wenn er nicht vollkommen ist und ein Problem damit hat die ganze Wahrheit rauszurücken.

Der Lesestil ist angenehm und leitet einen flüssig durch das Buch. Kapitel um Kapitel wurden gelesen und ich wollte gar nicht mehr aufhören. Nicht einmal 24 Stunden habe ich für das Buch gebraucht und das allein sagt eigentlich schon aus, dass mir das Buch gefallen hat. Besonders der Aspekt mit der Magie hat mich sehr fasziniert. Die Beschreibungen haben mich verstehen lassen, wie sie funktioniert und wirklich begeistert. Man wird meist nie mit Erklärungen überschüttet, sondern lernt Stück für Stück die Welt kennen, in der die Geschichte spielt.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen und ich möchte auf jeden Fall wissen, wie es im zweiten Band weitergeht. Das Ende lässt zumindest ein Stück weit darauf schließen, worum es sich im zweiten Teil drehen wird. Eine gesunde Mischung aus klassischen Fantasyelementen, Liebe, Verrat und Geheimnissen. Dieser erste Teil macht Lust auf mehr, aber es ist noch Luft nach oben.  

3,5 von 5 Sterne

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