Donnerstag, 20. April 2017

Rezension: Rockherz


Autor: Alexandra Fischer
Verlag: Drachenmond Verlag
Preis: 12,90€ [Softcover]; 3,99€ [Ebook]
Buchlänge: 256 Seiten

Miami, London, München: Das ist die Welt von Almond. Die Siebzehnjährige ist ein Scheidungskind und lebt für die Momente, die sie bei ihrem Vater verbringen darf. Als Manager von Rockbands hat er Almonds Musikstil geprägt und sie träumt heimlich davon, einmal in seine Fußstapfen zu treten. Bei einem ihrer Besuche lernt sie Burnside Close, die neue Band ihres Vaters, kennen und verliebt sich in deren Leadsänger Morris. Mehr denn je ist Almond daraufhin überzeugt, dass Rockmusik ihr Leben ist. Doch ihre Mutter ist davon so gar nicht begeistert. Als dann auch noch ein schwerer Schicksalsschlag Almonds Leben völlig auf den Kopf stellt, weiß sie bald selbst nicht mehr, was sie eigentlich will und begibt sich auf eine lange Reise, um herauszufinden, was ihr wirklich wichtig ist.

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Der Klappentext sagt schon ziemlich gut aus, was einen als Leser erwartet. Mit dem Einstieg in das Buch stellt man als Leser sehr schnell fest, dass Almond in zwei vollkommen unterschiedlichen Welten lebt. Einmal das aufregende Leben an der Seite ihres Vaters, der Rockbands managet und einmal das Leben an der Seite ihrer Mutter, die eine vernünftige Ausbildung für ihre Tochter will und nicht viel von dem Lebensstil ihres Exmannes hält. Ein Leben zwischen diesen Gegensätzen ist gar nicht so einfach. Dementsprechend gibt es verschiedenen Varianten von Almond. Doch welche ist die echte? Die, die das Leben genießt und in den Tag hineinlebt, wie ihr Vater? Oder das Mädchen, dass studieren soll und den Ratschlägen ihrer Mutter folgt?

Als Leser wird einem sehr schnell klar, wofür und für wen ihr Herz schlägt. Und eigentlich weiß Al das auch, aber sich das immer bewusst zu machen, ist manchmal gar nicht so einfach. Als sie dann auch noch einen herben Verlust erleidet, bricht für Al eine Welt zusammen und sie entscheidet sich herauszufinden, was sie will. Sie reist um die Welt, macht Bekanntschaften und kapselt sich teilweise von ihrem alten Leben ab. Aber ist das richtig?

Al ist mir sehr sympathisch und ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzten. Sie weiß nicht, was sie will. Obwohl sie es eigentlich doch weiß, aber nicht den Mut dazu aufbringt, endlich die richtige Richtung in ihrem Leben einzuschlagen. Durch ihre nicht gerade stabile Beziehung zu ihrer Mutter, ihren aufgewühlten Gefühlen, sobald sie in Morris nähe ist und dem Drang es jedem recht zu machen, ist sie oft ziemlich durcheinander. Dadurch wollte ich ihr manchmal einfach selbst den Kopf zurechtrücken und endlich sagen, was Sache ist. Doch den Mut aufzubringen seinen eigenen Weg zu gehen ist manchmal gar nicht so einfach.

Auch wenn es Almonds Reise ist, kommen noch zahlreiche andere Charaktere darin vor. Allem voran ihre Eltern und die Mitglieder der Band. Ich konnte sofort verstehen, warum Almond bei ihnen ein Zuhause gefunden hat. Morris ist von Anfang an sehr sympathisch und nicht der Badboy, den ich anfangs erwartet hatte. Und in Matt hat sie einen wahren Freund gefunden. Aber von Brad und Sean hätte ich gerne noch mehr erfahren.

Das ungewöhnliche an diesem Buch sind wohl die vielen Zeitsprünge, die sich durch jedes einzelne der 13 Kapitel ziehen. Oft werden Wochen, wenn nicht sogar Monate übersprungen, aber es passt zur Geschichte und hebt sie deutlich von anderen ab. Anfangs war es etwas ungewöhnlich und es kam vor, dass ich gerne etwas über die Geschehnisse dazwischen erfahren hätte, aber ich habe mich sehr schnell daran gewöhnt und ohne sie würde das Buch auch gar nicht funktionieren.
Zudem haben mich einige überraschende Wendungen erwartet, mit denen ich nicht gerechnet habe und die für einen spannenden Verlauf der Story gesorgt haben.

Insgesamt hat mir das Buch also wirklich gut gefallen und in gewisser Weise konnte ich mich auch damit identifizieren. Es war vollkommen anders als das, was ich eigentlich erwartet hatte und das hat mich sehr gefreut. Ich wurde überrascht und habe eine unglaubliche Reise an Al's Seite verbracht. Eine Reise auf der sie sich selbst gefunden hat.

4,5 von 5 Sterne

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