Donnerstag, 29. Juni 2017

Rezension: Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt


Autor: Mhairi McFarlane
Verlag: Knaur
 Preis: 10,99€ [Taschenbuch]; 9,99€ [eBook]
Buchlänge: 544 Seiten

Edie findet nichts schlimmer als Hochzeiten. Wenn der Bräutigam dann auch noch ihr Kollege Jack ist, der bis vor wenigen Wochen heftig mit ihr geflirtet hat, will Edie vor allem eins: flüchten. Den ersten Teil der Hochzeits-Feier von Charlotte und Jack steht Edie allerdings tapfer durch. Als sie später in den Park geht, um wenigstens einmal kurz durchzuatmen, steht Jack plötzlich vor ihr und küsst sie. Dummerweise sind sie nicht allein. Charlotte beobachtet die beiden und schon bald droht dieser kleine Moment der Schwäche, Edies ganzes Leben zu zerstören. Der darauf folgende Online-Shitstorm zwingt Edie, ihr Londoner Leben hinter sich zu lassen und Zuflucht bei ihrer Familie in Nottingham zu suchen. Dort läuft es aber auch nicht rund. Denn die Auszeit gewährt Edies Chef ihr nur, wenn sie den derzeit in Nottingham lebenden Schauspieler Elliot Owen trifft - um als Ghostwriterin seine bestseller-verdächtige Biographie zu verfassen. Dummerweise entpuppt sich Elliot nicht als charmanter Star - ganz im Gegenteil. Zurück in die Provinz, Opfer von Online-Mobbing und einem neurotischen Schauspieler ausgesetzt - so hatte Edie sich ihr Leben wirklich nicht vorgestellt!

Herz, Humor und authentische Figuren – das Erfolgsrezept von Mhairi McFarlane.


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Mhairi McFarlane hat es mal wieder geschafft! Sobald ich von diesem Buch erfahren habe, stand für mich fest, dass ich es mir zulegen musste. Zwei ihrer Bücher konnten mich schon begeistern und das selbe habe ich mir natürlich von diesem hier erhofft. Und meine Hoffnungen wurden nicht enttäuscht! Der Schreibstiel, die Figuren, der Humor und die Handlung. Alles hat gepasst und dementsprechend konnte ich mich gar nicht mehr von dem Buch losreißen. Etwas schade, dass ich mir nicht mehr Zeit gelassen habe, aber das Buch hat mir wirklich keine Chance gelassen. 

In "Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt" geht es um Edie, die, nachdem sie auf der Hochzeit einer Arbeitskollegin den Bräutigam geküsst hat, aus London "flieht", um die Biografie eines erfolgreichen Schauspielers zu schreiben. Die typischen Klischees bilden sich im Kopf von Edie (und in dem des Lesers). Schauspieler = arrogant, von sich überzeugt, stellt andere und vielleicht etwas schnöselig. Doch wider erwarten ist Elliot Owen überhaupt nicht so. Er ist einfach normal und sein Humor hat nicht nur Edie zum lachen und schmunzeln gebracht.
Nun muss Edie aber nicht bloß diese Biografie schreiben (von einem Mann, der überhaupt nicht unausstehlich und arrogant ist), sondern sich auch mit ihrer Vergangenheit und dem Hass der Freunde der Braut auseinandersetzten. Unerwarteter Beistand kommt ausgerechnet von Elliot, der nach und nach zu einem richtig guten Freund für Edie wird.

Dieses Buch ist nicht nur eine Liebesgeschichte. Es geht um zahlreiche Probleme (nicht nur Edies), mit denen es sich auseinander zu setzten gilt. Und das ist leider gar nicht so einfach bei dem Ballast, den sowohl Edie als auch Elliot mit sicher herumschleppen. Unausgesprochene Worte, die sie belasten. Und Wahrheiten, die erst nach und nach ans Licht kommen. 
Aber es ist auch immer noch eine Liebesgeschichte. Mhairi schafft es aber diese sowohl realistisch, als auch ohne viel Kitsch und Klischees mit dem Leser zu teilen. Okay, ein paar Klischees sind schon dabei. Und gegen Ende ist es vielleicht auch etwas kitschig, aber es ist keinesfalls aufdringlich oder wirkt unecht. In vielen Romanen und Büchern sehe ich genau dort das Problem. Es wird zu viel. Aber wir schon in Mhairis letzten Büchern ist das hier nicht der Fall. Zumindest ist das meine Sicht der Dinge. 

In "Vielleicht mag ich dich morgen" und "Es muss wohl an dir liegen" habe ich Mhairis Humor bereits kennenlernen dürfen. Genau mein Geschmack. Aber in diesem Buch hat sie meiner Meinung nach noch eine Schippe drauf gelegt. Dabei ist es nicht diese Art Humor, die sich einem aufzwingt. Manche Dialoge waren voller trockenem, sarkastischen und ironischem Humor, der genau meinem entspricht. An manchen Stellen könnte man ihn beinahe als ein wenig zynisch bezeichnen. 

Gefallen tut mir natürlich auch das Cover, das optisch sehr gut zu den anderen Büchern Mhairis passen. Wobei die hellen und leuchtenden Farben eine leichte Geschichte zu versprechen scheinen. Dies ist nicht ganz der Fall. Da es an einigen Stellen doch sehr in die tiefe geht und man auch mit schwierigeren Themen konfrontiert wird.

Von allen Büchern, die ich bereits von dieser Autorin gelesen habe, gefällt mir dieses definitiv am besten. die Figuren habe ich ins Herz geschlossen. Mit ihrem Humor und ihrem Charakter gelang ihnen das mit einer Leichtigkeit, wie es nicht jedem Buch gleich gelingt. 
Wenn ich das Buch mit einem Wort beschreiben müsste, wäre es "Volltreffer". Den genau das ist es. 

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