Donnerstag, 12. Oktober 2017

Rezension: Percy Jackson erzählt griechische Göttersagen


Autor: Rick Riordan
Verlag: Carlsen
Preis: 16,99€ [Hardcover]; 11,99€ [eBook]
Seitenanzahl: 496 Seiten

Wer könnte die griechischen Göttersagen besser nacherzählen als der Sohn des Poseidon höchstpersönlich? Percy Jackson haucht den alten Klassikern turbulentes Leben ein und gibt ganz neue Einblicke in den Alltag auf dem Olymp. Mit einem Augenzwinkern berichtet er unter anderem davon, wie Athene ein Taschentuch adoptiert, Persephone ihren Stalker heiratet und Zeus sie alle umbringt. Ein urkomisches Leseerlebnis für jeden, der Spaß an griechischer Mythologie hat – und für alle anderen garantiert auch!

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Als eingefleischter Rick Riordan und griechischer Mythologie-Fan musste dieses Schätzchen ja früher oder später in meinen Händen landen. Und nun war es endlich soweit. Ich war sehr gespannt darauf einige der berühmte Geschichten über die wichtigsten zwölf olympische Gottheiten und einen ebenso wichtigen Gott, sowie seine Tochter, zu erfahren. Einige kannte ich schon in mehr oder weniger groben Zügen, doch mein Wissen war definitiv noch ausbaufähig. Da kam dieses Buch ja wie gerufen!

Angefangen wird natürlich bei dem Urschleim und allem. Von Gaia, Uranus und ihre Ehekrise, die wirklich sehr amüsant zu lesen war. Über ihre Kinder die Titanen und allerlei Monster. Bis hin zu den Göttern, die (wie alle wissen, die mindestens schon eins von Ricks Büchern gelesen habe) manchmal sowohl ziemlich nervig, als auch dumm und selbstverliebt sein können. Jedes ihrer Egos scheint heller zu strahlen als ein anderes und, sagen wir mal so, die Geschichten, die Percy erzählt, bessern dieses Bild nicht unbedingt. Obwohl es natürlich auch Erzählungen gibt, die mich durchaus Sympathie für die Götter empfinden lassen.

Im Bezug auf das erzählte beschränkt sich Percy sowohl auf das wichtigste, als auch das interessanteste. Jedes Kapitel behandelt einen der zwölf olympischen Götter, sowie Hades und Persephone. Man erfährt ihre Entstehungsgeschichte, meistens beginnend bei ihrer Geburt doch auch da muss der ein oder andere aus der Reihe tanzen. Man lernt ihre Einstellung gegenüber anderen Göttern, Menschen und ihren Kindern kennen. Und einige Auszüge aus ihrem Leben. Einige besonders große Dummheiten oder eine besonders tragische Geschichte, bei der meistens die mit einbezogenen Menschen das schlechtere Los gezogen haben.

Was ich bei alle diesen Geschichten am meisten gelernt habe? Nun, gehe nie ein Verhältnis mit Zeus ein, am Ende bekommst du meistens Heras Zorn zu spüren oder endest als irgendein Tier in das du verwandet wirst.
Hades als Stalker? Klar, warum nicht! Ein verkrüppeltes Baby vom Olymp werfen? Natürlich!
Besonders toll fand ich die Geschichte über Apollos Geburt und wie er gleich zu tanzen und zu singen angefangen hat. Aber auch über Artemis und ihre Jägerinnen. Oder die Geschichte, wie Hermes als Baby Apollos Vieh gestohlen hat. Als Baby!
Es gab den ein oder anderen Moment der mich zum grinsen gebracht hat.
Aber es ging teilweise auch ganz schön blutig in den griechischen Sagen her. Wie oft dort Menschen ermordet und Kämpfe geführt wurden... Und natürlich hatten die Götter mit ihrer Unsterblichkeit einen gewaltigen Vorteil. Sie konnten zwar verletzt, aber nicht getötet werden. Menschen traf es da schon schlechter.

Percys Erzählstil ist sehr angenehm. Und noch wichtiger: sehr verständlich. Man lernt auf knapp 500 Seiten sehr viel über die griechischen Götter. Wirklich, die Hälfte von allem habe ich bestimmt jetzt schon wieder vergessen. ganz zu schweige von den ganzen Namen, die keiner wirklich aussprechen kann. Aber dennoch flogen die Seiten nur so dahin und jedes Kapitel hielt weitere spannende und interessante Infos über einen anderen, individuell nervigen Gott parat.

Ein Muss für jeden, der sein Herz der Mythologie öffnet und ein paar Lesestunden mit den Göttern teilen möchte. Ihre Taten sind manchmal nicht besonders gut durchdacht, aber sie habe, wie wir hier sehr schön sehen, zu einigen erzählenswerten Geschichten geführt.
Unterhaltsam für uns. Nicht immer ganz lustig für die Betroffenen. Aber man macht das Beste draus!

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