Dienstag, 21. November 2017

Kurzrezension: In seiner frühen Kindheit ein Garten


Autor: Christoph Hein
Verlag: Suhrkamp
Preis: 9,00€ [Taschenbuch]; 8,99€ [eBook]
Buchlänge: 270 Seiten

In seinem vieldiskutierten Roman erzählt Christoph Hein von einem Vater, dessen Kind die Familie verriet, um sich in den Dienst der RAF zu stellen. Und er erzählt von einem wichtigen, oft verdrängten Stück bundesdeutscher Geschichte.
Als der bundesweit gesuchte Terrorist Oliver Zurek bei einem Schußwechsel mit Beamten des Grenzschutzes von einer Kugel tödlich verletzt wird, kommt es zu einem politischen Skandal. Denn die offiziellen Mitteilungen über seinen Tod – es ist von Selbstmord die Rede – stimmen nicht mit den Zeugenaussagen überein. Olivers Vater, ein ehemaliger Gymnasialdirektor, mißtraut den Behörden und versucht, die Wahrheit über den Tod seines Sohnes zu erfahren. 

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Die Geschichte handelt von einer wahren Begebenheit. Und von einer sehr interessanten noch dazu. Der Terrorist Oliver Zurek ist bei einem Schusswechsel ums Leben gekommen, ebenso ein anwesender Polizist. Doch anders als angenommen geht es in dem Buch nicht um Oliver und seine Beweggründe, sondern vielmehr um seine verbliebene Familie, die sich Frage um Frage stellt.
Wie konnte es soweit kommen? War ich daran schuld? Was hätte ich anders machen können? ABER allen voran stellt sich seinen Eltern die Frage: Hat mein Sohn sich wirklich selber umgebracht oder war es einer der anwesenden Polizisten gewesen?

Die Thematik ist nicht nur sehr interessant weil es sich um ein ziemlich aktuelles Thema handelt, sondern auch weil es nach einem wahren Vorbild geschrieben wurde. Denn bei der Aufklärung und Untersuchung des Falls sind einige Fehler passiert, Aussagen widersprechen sich und der Staat geriet ganz schön in die Bredouille.
Und währenddessen wollen die Eltern von Oliver Zurek doch eigentlich nur eins: die Wahrheit. Eine Forderung, die nur allzu verständlich ist und doch in diesem Fall unendlich weit entfernt scheint. 
Während ich das Buch gelesen habe, habe ich einen sehr guten Einblick in die Figuren der Eltern, Richard und Friederike Zurek, erhalten. Ich Wunsch ist nachvollziehbar, ihre Gefühle verständlich. Und ich wollte wirklich wissen, was bei all ihren Klagen nun herauskommt. 

Doch so spannend das Thema auch war, die Umsetzung war das komplette Gegenteil. Fakt ist, dass mir beim Lesen beinahe die Augen vor Müdigkeit zugefallen sind. Der Dialog Anteil war sehr gering, was wahrscheinlich dazu beigetragen hat, aber eigentlich lag es eher am gesamten Sprachstil, der mich einfach nicht fesseln und wirklich bei der Stange halten konnte. Dabei ist es natürlich auch nicht hilfreich, dass sich die Geschichte gefühlte einhundert Mal um Kreis dreht.
Die Geschichte beleuchtet jedoch eine brisante Angelegenheit, die es wert ist, sich einmal mit ihr auseinanderzusetzen und regt definitiv zum nachdenken an. 

Mein Fazit: Sehr interessantes Thema, aber keine besonders spannende Umsetzung. 

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